Der Tod

Der Tod ist eine schwierige Sache. Es heißt, man soll nicht die Toten bedauern, sondern die Lebenden, da diese zurück bleiben...Und natürlich ist es so.

Mal etwas hart am Beispiel meines Bruders ausgedrückt:
Mein Stiefbruder ist am 7.7.2014 im Alter von 16 Jahren tödlich verunglückt. Er ist mit dem Motorrad in einen LKW hineingefahren, oder der LKW in ihn, wie auch immer. Jedenfalls geriet er unter einen Reifen des LKW, er war sofort tot. Sein Beifahrer erlitt innere Verletzungen und lag eine Weile im Koma (es geht im mittlerweile wieder gut). Außerdem kann er sich an den Vorfall selbst nicht erinnern. Aber für meinen Bruder ist das Ganze nicht wirklich schlimm. Er ist tot, er denkt nicht darüber nach, was passiert ist, er gibt sich sicher auch nicht die Schuld. Wie auch? Seine Gehirnströme haben aufgehört zu existieren, seine Person lebt 'nur' in uns weiter, in unseren Erinnerungen und auf den Bildern ist sein Lächeln fest verankert.

Schlimm war das alles für uns, die Hinterbliebenen. Wir blieben mit der Trauer zurück - und mit der Verwaltung. Wisst ihr eigentlich, wie viel so ein dämlicher Polizei-/Feuerwehr-/Notdiensteinsatz kostet? Und wie viele verdammte Wagen die dahin schicken?! Ihr habt ja keinen Schimmer, Leute! Ich bin also mit seinem Vater die ganzen Sachen durchgegangen, um ihn zu unterstützen, aber wir kamen nicht umhin uns darüber lustig zu machen, wie viel unnützes Zeug dabei war. Es war einfach so. 

Dann der Gottesdienst, die Krämierung, die Beerdigung (auf der ich btw nicht mal anwesend sein durfte...), all das. Es ist teuer und lästig, wirklich, es ist einfach so. Als hätte man in seiner Trauer nichts besseres zu tun, als Rechnungen zu bezahlten und zu schauen, ob die Urne nicht doch einen Millimeter weiter links liegen soll. Zur Hölle, ich verstehe dieses Land nicht.

Wie man also sieht, ist der Tod, wenn man mal tot ist, für den Toten nichts schlimmes sondern für die Hinterbliebenen. Es gibt einige von euch, die mir dennoch bei folgendem zustimmen werden:
Selbst wenn der Tod, in Form eines Selbstmordes, die einzige Lösung darstellt, selbst dann schmerzt es noch so sehr. Es ist kein reiner egoistischer Akt.
Ich gebe zu, ich habe mehrere Versuche hinter mir und wurde oft einfach davon abgehalten. Aber jedes Mal habe ich geweint, jedes mal meine seltenen Tränen vergossen. Einfach, weil die Leute, denen ich vielleicht mal was bedeutet habe oder denen ich eventuell ein klein bisschen was bedeute, mir leid getan haben. Oh man, haben die mir leid getan Ihr wollt gar nicht wissen, wie viele Abschiedsbriefe ich schon geschrieben habe. Ihr wollte nicht wissen, an wen ich die immer schreibe, es sind einfach so viele Leute.

Und dann beschweren sich manche, dass man ihnen nicht zuerst schreibt, dass man sich nicht zuerst hilfesuchend an diese Leute wendet und sie denken gar nicht daran, dass man sie vielleicht einfach nur nicht verletzen wollte. Dann fragen sie wieder alle, ob einem egal wäre, wie sehr man die Leute damit verletzt, ob man das nicht wüsste! Und dazu habe ich 3 verdammte Sachen zu sagen:

  1. DOCH! Natürlich wissen wir, dass es euch irgendwo verletzt! Aber wisst ihr auch, dass es uns verletzt, wenn ihr uns fallen lasst oder uns ignoriert? Wisst ihr, wie es uns verletzt, wenn ihr in so einer Situation nur an euch denkt?!
  2. Uns ist es nicht egal, dass es euch nahe geht und euch verletzt! DESHALB SAGEN WIR DOCH NICHT BESCHEID! Das letzte, was ich ertrage, ist Mitleid, Aufmerksamkeit und 'tu das nicht, ich brauch dich doch noch!'. Egoismus ist das letzte, was man da braucht. Sagt lieber 'ich liebe dich, ich hab dich liebe, ich kann nicht ohne dich weil du mir halt gibst.'
    Setzt uns aber niemals unter Druck, das macht es nur schlimmer.
  3. Wenn eure erste Reaktion eine Beschwerde ist, dann sind wir der Meinung, dass wir euch nichts wert sind. Dann denken wir, dass wir nur gebraucht werden, damit ihr kein schlechtes Gewissen habt, dass wir nur leben müssen, damit ihr neben uns gut dasteht. Das bringt's nicht Leute.

Letzten Dienstag, das wäre dann übrigens der 21.04.2015, fand der 'neuste' Versuch meinerseits statt, mein Leben zu beenden. Nur ein Freund aus Norwegen konnte mich tatsächlich davon abhalten, nur er. Alle anderen haben den Todeswunsch nur größer gemacht. Ich verstehe diese Welt nicht...

Ja, ich will so nicht leben. Ja, ich habe verdammt viele Ziele. Und ja, ich bleibe euch noch eine Weile erhalten. Denn der Freund aus Norwegen kommt mich im Juni besuchen, wäre eine Schande, wenn ich dann nicht da wäre.

Wie immer wünsche ich euch einen wunderschönen Tag.

26.4.15 18:27, kommentieren

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Sonntag, 26.04.2015 ODER Das Nähdillema

Hey Freunde!(und nicht Freunde...)
Sorry, dass ich mich so lang nicht gemeldet habe, aber ihr wisst ja wie stressig das alles bei mir immer ist. Heute will ich euch nicht wirklich von meinem Tag oder meiner Woche erzählen, das mache ich gleich noch in einem Gedanken-Post, hier möchte ich euch von dem schönen Nähdilemma erzählen.

Ich bin nicht gerade unbegabt, was nähen betrifft. Und ich liebe Cosplay. Weil es aber die Cosplays, die ich machen will, meist nicht zu kaufen gibt, möchte ich die selber machen. Da ich eine eledige Perfektionistin bin, brauche ich dafür folgendes:

  • Eine Schneiderpuppe mit verstellbaren Maßen
  • Eine Nähmaschiene
  • Nadeln
  • Garn, Nähfaden,...
  • Stoffe
  • Worbla(nicht zum Nähen direkt, sondern für Applikationen etc)
  • Scheren
  • Watte
  • Label

Das alles kostet natürlich Geld-und davon leider nicht gerade wenig. Und Geld habe ich nicht, nicht mal ein bisschen.
Außerdem wird mein Geld in erster Linie für einen Camcorder und eine LARP-Rüstung draufgehen, weshalb ich mir das Nähequip nicht kaufen kann und weshalb die Cosplays in immer weitere Ferne rücken. Und das macht mich wirklich fertig, weil mir das so ein schönes Hobby sein würde...

Außerdem habe ich noch so viele Cosplays in Aussicht und würde eigentlich schon gern ein paar fertig bekommen, bevor ich hier weg ziehe, weil ich mich in meinem Jahr Pause zwischen Schule und Uni auf ein Buch konzentrieren möchte.

Aber letztlich kann ich nichts machen, als Geld zu sparen und zu hoffen, dass da doch noch irgendwie was draus wird...

26.4.15 18:02, kommentieren